Gesprengte Türportale, Konfettikanonen und operettenhafte Sterbeszenen – da war einiges Los bei den zwei Aufführungen der Hittorf-Theater-AG am 14. und 15.11.2025.
„6,6 Morde pro Stunde“ heißt das Stück und verspricht nicht zu viel, denn nach gut 40 Minuten liegen nahezu alle Figuren tot auf der Bühne und die falsche Inspektorin feiert sich für das offensichtlich perfekte Verbrechen. Doch dann kommt der Plot-Twist, den die Oberschurkin genauso wenig erwartet hat, wie das Publikum: Die Toten sind wieder quicklebendig und entpuppen sich als Geheimagenten, die ihren Tod auf unterschiedlichste Weise nur vorgetäuscht haben, so ist z.B. die Rockerin (Marietta Bucic) immun gegen Gift, weil sie sogar Kölsch vertrage und der Schädel von Agatha Ford (Sara Maleki) dank Stahlplatte gegen zerbrechende Vasen unempfindlich.
Die Hittorf Theater AG liefert in knapp einer Stunde eine Krimifarce, die zum einen von der Spielfreude der Schauspielerinnen lebt und zum anderen durch die zahlreichen Regie-Einfälle, die immer wieder für Überraschungen sorgen, sei es eine Schlägerei, die nur durch Sound und Blicke als Mauerschau hinter der Bühne passiert oder diverse Momente, die herrlich überzogen ausgekostet werden, wie etwa die schier endlose Sterbeszene von Baronesse und ihrem Butler James, als eine groteske Version von Romeo und Julia.
Am Ende schienen alle, Darstellerinnen, Regie und vor allem das Publikum, hochzufrieden mit den zwei Aufführungen, sodass man häufig die Frage vernahm, was denn im kommenden Jahr gespielt würde.
Am Samstag wurde außerdem der Werner-Herwig-Preis verliehen, bei der auch die Familie Herwig zugegen war. Im Anschluss wurde ein kurzer Film über den Verdienst Werner Herwigs gezeigt und der Preis schließlich dieses Jahr an Maya Kurdelbaum vergeben, die diesen für ihr außergewöhnliches Engagement hinter den Kulissen, sei es Make-Up. Frisuren oder Näharbeiten, erhalten hat.
