wiR Erinnern - Projektkurs „Die Kunst des Erinnerns“ besucht Ausstellung „wiR Erinnern“ im Polizeipräsidium Recklinghausen

21.10.2026

Am 13.10.2026 besuchte der Projektkurs (Q1) gemeinsam mit ehemaligen Schülern und Lehrkräften die Dauerausstellung „wiR Erinnern“. Während der Führung durch das historische Gebäude erläuterte Herr Lesch, der Pressesprecher des Präsidiums, die Rolle der Polizeibehörde im Nationalsozialismus. 1933 wurde das Recklinghäuser Polizeipräsidium zur Leitstelle der Gestapo. Die Dienststelle galt bei Verfolgten wegen schwerster Folterungen als „Die Hölle von Recklinghausen“. Zwei Stolpersteine vor dem Präsidium erinnern in diesem Zusammenhang an Albert Albin Funk und Heinrich Vörding, die im Widerstand aktiv waren. Beide Männer wurden 1933 verhaftet und misshandelt, sie starben nach einem Sturz aus dem Fenster des Polizeigebäudes. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung beleuchtet die Rolle des Polizeibataillons 316 im Vernichtungskrieg. Angehörige des Bataillons, das im Dezember 1940 aus dem Polizei-Ausbildungs-Bataillon Recklinghausen gebildet worden war, waren an Gewaltexzessen gegen die jüdische Bevölkerung in Russland und Polen beteiligt. Die Ausstellung verdeutlicht, wie schnell sich demokratische Institutionen in den Dienst eines verbrecherischen Regimes gestellt haben. Sie zeigt auch, wie wichtig es ist, dass Institutionen ihre eigene Vergangenheit kritisch reflektieren und personelle Kontinuitäten zwischen dem NS-Staat und der Bundesrepublik untersuchen. Für die Mitglieder des Projektkurses „Die Kunst des Erinnerns“, der auch Nachkriegskarrieren von NS-Funktionären am Hittorf-Gymnasium untersucht, war der Besuch der Ausstellung eine bedrückende, gleichwohl bereichernde Erfahrung.